Was? Wie schlaft ihr denn?

4. März 2021 // Anna Woznicki

Schlafen. Seit fünf Jahren bei uns ein Thema. Vor fünf Jahren kam mein erster Sohn auf die Welt. Seitdem hat Schlaf für mich einen völlig neuen Stellenwert bekommen. Beziehungsweise überhaupt keinen.

Foto: Anna Woznicki

Während die Babys anderer Mütter auf Krabbeldecken EINFACH SO einschliefen, mit Spieluhrmusik friedlich alleine in ihren Bettchen eindösten, schlief mein Baby so gut wie gar nicht. Erst recht nicht alleine und auch erst recht nicht irgendwo anders als auf mir. Wir durchsuchten das Internet nach einer Lösung, ließen uns Tipps von anderen Eltern geben und landeten zu guter Letzt sogar in einer Schlafklinik. Von Schreien lassen bis zu ausgeklügelten Einschlaftechniken – nichts passte zu uns. Vieles kam für uns einfach nicht in Frage. Ich war diese ganze Thematik so leid. Das alles hatte sich aufgebauscht wie ein riesiger Bettdeckenberg und drohte mich zu verschlingen. Mit zwei Jahren wurde es besser. Mein Sohn kam nachts zur Ruhe. Und ich endlich auch.

Dann erwachte auch Sohn Nummer zwei aus seinem Dornröschenschlaf.

Sohn Nummer zwei verschlief seine ersten zwei Lebensmonate. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Dann erwachte auch er aus seinem Dornröschenschlaf und ich war wieder so müde wie zuvor. Es fing von vorne an. Mit einer einzigen Ausnahme, die mich zwar nicht weniger müde machte. Mein Kind nicht besser schlafen ließ, aber die mir mehr geholfen hat, als alle Einschlafbücher und Tipps dieser Welt.

Ich habe es akzeptiert. Ich habe akzeptiert, dass meine beiden Kinder nicht die besten Schläfer sind. Und ich akzeptiere es, dass unsere Schlafsituation bis heute ungewöhnlich ist. Und es ist mir auch egal, was andere sagen. Mein Mann schläft mit einer Matratze neben dem Bett meines Großen. Dann kann er ausgeschlafen am nächsten Tag seiner Arbeit nachgehen. Und mein Großer hat die Nähe, die er immer noch schätzt. Ich schlafe mit dem Kleinen in unserem ursprünglichen Ehebett. Da kann er sich weiterhin im Schlaf drehen wie ein Kreisel und sich jederzeit ganz eng an mich kuscheln, wenn ihn die Zähne nerven.

Es ist unsere Lösung.


Waaaas?!? Ihr schlaft immer noch nicht in einem Bett? Ja. Und es ist völlig in Ordnung. Und ja, das finden wir alle. Es ist unsere Lösung. Es hat unsere Akzeptanz. Es passt gerade. Und irgendwann wird es sich ändern. Ohne Stress, ohne das verkrampfte Suchen nach einer Lösung, nach DER Normalität.

Ich weiß heute nicht, was mir damals mehr zu schaffen machte. Das Suchen nach einer Lösung in der Annahme mein Kind sei nicht normal, oder der Schlafmangel selbst.

Wer wir sind

Schwestern. Mamas. Tanten unserer Kinder – zwei Jungs und ein Mädchen. Journalistinnen. Und das so so gerne. Also, alles von dem.

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